Das Weinjahr

 

 

Januar und Februar sind die kalten Monate in Kappadokien. Temperaturen bis zu minus 20°C und bis zu 80 cm Schnee sind möglich,                        dauern jedoch nicht sehr lange. 

 

Gleich unterhalb des Hasan Dag in etwa 1500 Meter Höhe liegen unsere Traubengärten.                                

Bei diesem sandige Tuffboden und dem besonderen Klima kann sich die schädliche Reblaus (Phylloxera) nicht entwickeln. 

 

Nach den "feuchten Monaten Dezember, Januar und Februar, wird der Tuffsand um die Reben etwa 30 cm tief ausgegraben. Die inheimischen nennen  diesen Vorgang " Göz acmak", das Auge öffnen.

 

                                                    

Dabei werden die kleinen Wurzeln, die direkt unter dem Tuff in den vergangenen Monaten entstanden sind, freigelegt. In dieser Zeit wird auch der Rebstock beschnitten.

 

In den kommenden Wochen trocknen die Wurzeln aus und fallen bald danach ab. Der Rebstock wird so gezwungen seine Wurzeln weiter nach unten auszubreiten. Im Mai wird dann die Erde um den Rebstock wieder aufgehäufelt.

 

 

Der Tuffboden ermöglicht eine direkte vegetative Vermehrung der Reben. Es braucht also keine gegen Rebläuse resistente amerikanische Unterlagsrebe auf die dann ein einheimisches Reis aufgepfropft wird.

Will man in direkter Nähe der Reben neue Reben haben, so kann man es, wie hier zu sehen, mit einem Ableger erreichen. Ein Teil des mehrere Meter langen Zweiges wird an der gewünschten Stelle in den Tuff eingegraben.  Wenn der Zweig dort anwächst kann im kommenden Jahr dieser Zweig vom Rebstock getrennt werden.

 

 

   

 

Möchte man an anderen Stellen neue Reben pflanzen, so kann dies auch mit einem Steckling geschehen.

Unser Partner Adem nimmt dazu ein Rebenreis mit einem kleinen 2-3 jährigen Stück Rebholz. Diesen Setzling legt er in das Pflanzloch und bedeckt ihn mit Erde.  Nur ein kleines Stück des Setzlings schaut seitlich aus dem Boden heraus. "Wenn man es so macht, gibt es kräftige Reben" meint Adem.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 In den folgenden Monaten entwickeln sich die Reben schnell und kräftig. 

 

 

 

 Ab der zweiten Hälfte des Juni  bis Ende August ist in unserer Region um den Hasan Dag kein Regen gefallen.

 

 

 Der tiefgrundige Tuffboden garantiert jedoch einen ausgeglichenen Wasserhaushalt und schützt die Reben vor der Trockenheit.  Viele Anbauer häufeln jedes Jahr zum Schutz der Reben den Tuff um den Rebstock hoch auf.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Der erste  Wein wird meist im Juli abgefüllt

 

 Inzwischen reifen die Trauben

 

 Besitzer und Mitarbeiter der Weinfirma RACINES aus Tokyo, Japan haben uns, die Rebgärten, unseren alten Kelter und die noch älteren                                            Küps besucht. Und sie haben uns zusätzlich wichtige Ratschläge zur Herstellung und Vermarktung hochwertiger  Naturweine gegeben.  

                                                                                                                                                                            

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere weißen Trauben erreichen einen Zuckergehalt von 98 Öechsle (ca. 23 Brix)

 

Begutachten der Trauben mit unserem Freund Rei Goda

 

 

Wann sollen wir ernten?

 

                      Jetzt !

 

  Unsere Helfer beginnen jeden Morgen sehr früh mit dem Ernten der Trauben.

 

 

       

 

Und für den eigenen Gebrauch legen sie die Trauben einer besonderen Sorte zum Trocknen aus. 

 

 

 Unsere "Weintrauben" werden in kleinen Portionen zum Haus gebracht und sofort verarbeitet.  

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                           Die roten und die weißen Trauben werden nicht gepresst, sondern nur leicht gequetscht und von den Rappen getrennt.

 

 

Dann werden sie in  Gärküps oder normale Küps gepumpt.

          

 

 

Wir haben die offenen Gär-Küps und einige normale Küps draußen unter einem Dach stehen.  Hier fermentiert der Rotwein.                                                                      Dagegen stehen m geschlossenen Felsenkeller die Küps für die Fermentierung des Weißweins.

 

     

Herbst im Traubengarten 

Die Kinder des Dorfes gehen noch einmal zu den Rebstöcken und sammeln was übersehen wurde.

In einigen der Traubengärten stehen noch die alten Steinhäuser mit dem aus Vulkanstein geschlagenem Kelter.

 

Die letzten Trauben haben 145 Oechsle (ca. 34 Brix)  Es war in dieser Nacht -2 °C und es kam uns die Idee, daß wir vielleicht irgend wann einmal einen Eiswein machen können. 

 

 

 In diesen Steintrögen werden auch heute noch Trauben mit den Füßen gequetscht         

 und der Saft zu Pekmez (Traubensyrup) und manchmal auch noch zu Wein verarbeitet.

 

 

 

Im November sind die meisten Blätter abgefallen. Jetzt kann man die besonders alten Rebstöcke gut erkennen.

 

Einer der wenigen erhaltenen traditionellen Obstgärten mit Fruchtbäumen und Trauben am Hasan Dag.